Geschichte

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Sophie Kühnau: die Gründerin

Sophie Catharina Marie Kühnau (1811-1894) legte den Grundstein für das erste Kinderhospital in Lüneburg - eröffnet 1876 als Stiftung Kinderhospital Kühnausche Gründung. Grundlage für ihre Initiative war das Vermächtnis ihres Bruders Franz Theophilus Heinrich Kühnau und der Geist christlicher Liebe und Barmherzigkeit. Ihr Ziel war die Behandlung von schwer erkrankten Kindern aus ärmlichsten Verhältnissen - und so auch die Bekämpfung von Armut in Lüneburg.

Sophie Kühnau
Sophie Catharina Marie Kühnau
Franz Kühnau
Franz Theophilus Heinrich Kühnau

100 Jahre Kinderhospital

Nach 100 Jahren, in den 1970er Jahren wurde aus dem Kinderhospital auf Satzung des Vorstands- und Verwaltungsrates ein Kinderheim für mehrfach- und schwergeschädigte Kinder bis zu 6 Jahren. Gleich nach Eröffnung 1972 überstieg die Nachfrage die Aufnahmekapazitäten, auch durch die Kooperationen mit den Sozialämtern Hamburg und Berlin, die bis 1983 bestanden. Das Haus behielt zwar seinen medizinisch-pflegerischen Charakter, hatte aber nun auch eine völlig neue Aufgabe. 

Durch das steigende Lebensalter der Bewohner*innen, entwickelte sich in den 1980er Jahren ein zunehmend soziotherapeutisches und pädagogisches Konzept. 

Kinderhospital Lüneburg, Aufnahme von 1924
Kinderhospital Lüneburg, Aufnahme von 1924

Neue Aufgabe: ein Zuhause für erwachsene Menschen mit Behinderung

1984 wurde die Einrichtung deshalb in Zusammenarbeit mit dem Landesozialamt Niedersachsen und dem Vorstand der Stiftung Kühnausche Gründung in ein Heim für erwachsene Menschen mit geistiger- und körperlicher Behinderung unterhalb der Wohnheim- und Werkstattfähigkeit.

1988 bekam die Stiftung vom Land Niedersachsen die Anerkennung als Einrichtung für erwachsene Menschen mit geistiger und zum Teil auch mehrfacher Behinderung. 
Es folgten umfangreiche Umbauarbeiten, die 1992 abgeschlossen wurden.

Gründung der  Tagesförderstätte

Im Jahr 2013 erhielt die Stiftung Kühnausche Gründung zusätzlich die Anerkennung vom Land Niedersachen für den Betrieb einer anerkannten Tagesförderstätte.

Bis zum Jahr 2019 leistete die Stiftung Eingliederungshilfe nach den Bestimmungen der §§ 53/54 SGB XII für 44 Bewohnerinnen und Bewohner in 4 Wohngruppen. 

Durch die Verabschiedung des Bundesteilhabegesetzes ist die Stiftung Kühnausche Gründung seit 2020 Träger einer besonderen Wohnform sowie Tagesförderstätte für erwachsene Menschen mit geistiger und / oder zum Teil schwerst-mehrfacher Behinderung und bietet neben der Überlassung von Wohnraum die Erbringung von Leistungen der Eingliederungshilfe nach dem zweiten Teil des Sozialgesetzbuches Neuntes Buch (SGB IX) für 44 Bewohner*innen.

Kühnau Plus gGmbH: die neue Gesellschaft

2023 gründet die Stiftung Kühnausche Gründung mit den Rotenburger Werken der Inneren Mission die Kühnau Plus gGmbH - zwei starke Partner mit gleichen Zielen: Inklusion und Fürsorge für Menschen mit Behinderung, in einem stabilen Netzwerk und im Sinne der Diakonie.